Diabetes hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Epidemie entwickelt und ist die Folge eines zu hohen Blutzuckerspiegels. Man unterscheidet 2 Typen:

Typ I:

Ist in der Regel angeboren. Es wird gar kein Insulin ausgeschüttet oder ungenügend produziert.

Typ II:

Die Körperzellen reagieren nicht mehr in richtiger Weise auf das Insulin.

Bei beiden Typen kommt es durch den zu hohen Blutzuckerspiegel im Laufe der Zeit zu massiven Schäden an Organen und damit zu lebensgefährlichen Komplikationen.

Folgeschäden bei Diabetes:

Dr. med. Schütze - Ratgeber Diabetes und Parodontitis

alle 12 Minuten ein Schlaganfall

alle 19 Minuten ein Herzinfarkt

alle 19 Minuten eine Amputation

alle 60 Minuten eine neue Dialysepflicht

alle 90 Minuten eine Erblindung

Quelle: PD Dr. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (2013-2015), Ärztlicher Direktor – St. Josefskrankenhaus Heidelberg

Diabetes gehört zu den größten Gesundheitsproblemen unserer Neuzeit. Alle Länder der Erde sind davon betroffen. In 90 % aller Fälle geht es um den Typ II Diabetes. 2017 sind laut der Diabetesgesellschaft fast 5oo Millionen betroffen. Es entstehen unglaubliche Kosten auf Grund der Behandlungen und Folgeschäden. Tendenz stark steigend!

Stark vereinfacht zum Verständnis aus diabetologischer Sicht:
Nach der Nahrungsaufnahme (besonders nach kohlenhydratreicher Kost) steigt der Blutzuckerspiegel an, Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet und bewirkt eine Aufnahme aus dem Blut in die Körperzellen. Störungen in diesem Prozess (vorwiegend Fehlernährung, Adipositas etc.) bewirken eine Insulinresistenz (Vorstufe des eigentlichen Diabetes II).

Diabetes führt zu einer Überzuckerung des Gewebes und gleichzeitig zu erhöhtem oxidativen Stress. Das wiederum führt zu einer starken Belastung des Immunsystems mit deutlichen Abweichungen im Blutbild und nachfolgenden Krankheitsgeschehen (siehe oben).

Stark vereinfacht aus der Sicht der Zahnbetterkrankung (Parodontitis): Die entzündliche Erkrankung des Zahnbettes reduziert die Insulinwirkung, d.h. die Insulinresistenz erhöht sich und die Entwicklung eines Diabetes II steigt inklusive der Folgeerkrankungen an.

Diabetes II begünstigt die Entstehung, die Progression und den Schweregrad einer Parodontitis (Salvi GE et al.;). Umgekehrt erschwert eine Parodontitis die richtige Einstellung des Diabetes und erhöht damit das Risiko von mit Diabetes assoziierten Komplikationen.

Ein Teufelskreis, bei dem die Schlüsselrolle in der Entwicklung der Insulinresistenz die Mitochondrien spielen. Mitochondrien sind mikroskopisch kleine Teilchen in jeder Zelle. Aus den Nährstoffen (Fette, Zucker, Eiweiße) erzeugen sie die Energie in der sogenannten Atmungskette. Wichtigster Bestandteil dieser Atmungskette ist das sogenannte CoEnzym Q10. Dieser körpereigene Stoff ist für die regelrechte Energiebereitstellung hauptverantwortlich.

Der hohe oxidative Stress, der bei der Überzuckerung des Blutes und des Gewebes entsteht, fügt diesen Mitochondrien starke Schäden zu und führt zu einem großen Verbrauch an CoEnzymQ10. Eine Insulinresistenz und in der Folge ein Diabetes II sowie – geradezu „im Schlepptau“ – eine Parodontitis sind in der Regel mit sehr niedrigen CoEnzymQ10-Blutspiegeln verbunden.

Die Zufuhr von flüssigem CoEnzym Q10 kann zu reduziertem oxidativen Stress führen.

Ratgeber Adipositas (Fettleibigkeit) und Parodontitis

Ähnliche Mechanismen wie bei Diabetes sehen wir bei der Wechselwirkung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Parodontitis. Auch hier spielen die Mitochondrien eine große Rolle, denn Übergewicht führt früher oder später zu Diabetes.

Adipositas wächst weltweit dramatisch an: Die USA halten die Spitze mit unglaublichen 38,2% Bevölkerungsanteil mit einem BMI über 35! Deutschland ist gelistet mit 23,6% und Österreich mit 14,7% (Quelle: OECD Health Statistics 2017). Eine Zunahme der Adipositas bei Frauen in der Altersgruppe zwischen 25-34 Jahren sowie eine Zunahme bei Männern in allen Altersgruppen ist seit längerem zu beobachten. Eine besonders große Zunahme gibt es zudem leider bei den Kindern. Dicke Kinder müssen mit schlimmen Folgen für ihre Gesundheit im Erwachsenenalter rechnen. (Kuklinsky, et. al.;)

Was könnte also bei Diabetes /Adipositas helfen?

Schritt 1:

Ein Sprichwort sagt:

„Dem Diabetes kann man davonlaufen“.

Das heißt also: Bewegung, Bewegung, Bewegung – konsequent und täglich mit steigenden Einheiten.

Schritt 2:

LOGI Kost: Konsequente Einschränkung der Kohlenhydrate, vermehrt Gemüse, wenig Obst (Zucker!), mäßig Eiweiß und viel gute Fette. Auch Fasten über eine gewisse Zeit hilft.

Schritt 3:

Stress-Management: Zeit für sich selbst, denn Stress treibt den oxidativen Faktor hoch (Bildung von Sauerstoff-Radikalen) und führt damit zur Schädigung der Mitochondrien.

Schritt 4:

Die Zufuhr geeigneter orthomolekularer Substanzen kann dazu beitragen, die geschädigten Mitochondrien wieder zu regenerieren. Hilfreich ist hierbei das CoEnzymQ10 in flüssiger Form (als Spray im Falle der Parodontitis, flüssig als Ubiquinol beim Diabetes). Weiters Vitamin C, Zink, Chrom, die B-Vitamine (besonders B1 und B12) und Omega-3-Fettsäuren.

Dies alles am besten in Absprache mit dem Diabetologen bzw. dem Zahnarzt.

Diabetes und Adipositas sind beides chronische Erkrankungen und immer von einer Entzündung begleitet! Es gilt also vor allem, die Entzündung zu beherrschen – dies alles in Verbindung mit einer Unterstützung des Immunsystems. Der Satz von Prof. Wolfgang Junger anlässlich des 2. Science-Talk 2013 hat besondere Gültigkeit:

„Die Grundlage für eine effiziente Immunabwehr besteht in der intakten Funktion der Mitochondrien“.