Verdauung beginnt im Mund

Verdauung beginnt im Mund
Verdauung beginnt im Mund

Die Gesundheit von Mundhöhle und Zähnen ist essenziell für den Verdauungsvorgang, der dort seinen Ausgang nimmt. Für die Zerkleinerung der Nahrung benötigen wir ein gesundes, kaufähiges und schmerzfreies Gebiss. Langsames Kauen der Speisen regt den Speichelfluss an und stellt die optimale Voraussetzung für den weiteren Verdauungsvorgang dar. Speichel macht die zerkaute Nahrung gleitfähig und versetzt sie mit Mineralstoffen. Neben Mineralstoffen finden sich im Speichel auch zahlreiche Enzyme – darunter das Verdauungsenzym Alpha-Amylase, das komplexe Kohlenhydrate in kleine, süß schmeckende Bausteine spaltet. Gesundheitliche Probleme im Mundbereich, wie beispielsweise schmerzhafte Parodontitis oder ein lückenhaftes Gebiss, wirken sich nachhaltig negativ auf die Verdauung aus.

Wie können wir Mundhöle und Kauapparat gesund erhalten?

Wir sollten gesunde, frische und biologische Kost zu uns nehmen und diese gründlich kauen, damit der Speichelfluss alle seine positiven Eigenschaften entfalten kann.

Besonders wichtig ist natürlich die richtige Zahnpflege. Optimal sind die zweimal tägliche Reinigung der Zähne mit einer (Ultraschall-)Zahnbürste und die Säuberung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide. Zweimal jährlich sollte man beim Zahnarzt eine professionelle Mundhygiene durchführen lassen.

Krankheiten – von Atherosklerose über Herz-Kreislauf- und Lungenprobleme bis zum Schlaganfall – stehen mit Parodontitis in Zusammenhang. Neben mangelnder Mundhygiene und deren Folgeerscheinungen wirkt sich auch die Aufnahme von Genussgiften wie Zucker, Weißmehlprodukten (Bakterien lieben schnell verbrennende Kohlenhydrate), Rauchen und Alkohol schädlich auf den Kauapparat aus. Wie sehr das Naschen von Süßem den Zähnen schadet, hängt von der Art des Naschens ab. So richtet die Rippe Schokolade, die auf einen Sitz verzehrt wird, weniger Schaden an als Süßigkeiten, die über den Tag verteilt genascht werden. Das hat folgenden Grund: Durch die Zuckeraufnahme rutscht der pH-Wert des Speichels in den sauren Bereich und diese Säure schädigt den Zahnschmelz. Beschränkt man das Naschen auf eine kurze Zeitspanne, so kann sich der pH-Wert wieder normalisieren. Wird den ganzen Tag über ein bisschen genascht, bleibt der pH-Wert des Speichels ständig im gefährlichen sauren Bereich.

Welche Verdauungsprobleme haben ihren Ursprung im Mund? Wer ein Lückengebiss hat oder unter schmerzhafter Parodontitis leidet, kann nicht mehr ausreichend kauen. Einerseits wird die Nahrung folglich nicht mehr so zerkleinert, wie es für eine optimale Verdauung notwendig ist. Andererseits steigen viele Betroffene auf leicht zu verzehrende, weiche Kost um. Nahrungsmittel, bei denen richtiges Kauen gefragt ist, wie z.B. Rohkost, Obst oder Vollkornprodukte, werden gemieden. Dadurch fehlen dem Körper wichtige Vitamine und dem Verdauungsapparat die unverzichtbaren Ballaststoffe.

Können sich umgekehrt Verdauungsstörungen auch durch Symptome im Mundbereich äußern?

Ja, durchaus. Die Mundhöhle ist der Spiegel des Verdauungstraktes. Der Zustand der Schleimhaut, Rötungen, Schwellungen, aber auch Zungenbeschaffenheit und Mundgeruch können Auskunft über den Zustand des Verdauungstraktes geben. Darmflora und Mundflora stehen in engem Zusammenhang.

Wodurch entsteht Mundgeruch?

Vornehmlich durch Bakterien, die in den Zahntaschen (bei chronischer Parodontitis) und auf der Zungenoberfläche sitzen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, werden 90% aller Fälle von Mundgeruch dadurch verursacht. Seltener wird das Problem durch Magenerkrankungen oder eine chronische Entzündung der Mandeln hervorgerufen.

Unproblematisch, wenn auch unangenehm, ist Mundgeruch, der auf die Zufuhr bestimmter Nahrungs- oder Genussmittel (Knoblauch, Nikotin) zurückzuführen ist und nach einiger Zeit wieder verschwindet.

Mit welchen Maßnahmen kann man Mundgeruch selbst bekämpfen?

Am wichtigsten ist natürlich die bereits beschriebene, perfekte Mundhygiene. Nicht zu vernachlässigen ist auch die regelmäßige Zungenreinigung, z.B. mit speziellen Zungenschabern. Weitere Maßnahmen: Mundspüllösungen, Naturheilmittel wie Fenchelsamen, hochwertige Vitamin-C Sprays sowie Coenzym Q10 zur Entzündungshemmung bzw. zur Reduktion der Entzündung. Coenzym Q10 spielt eine immer größere Rolle, seit dessen Effekt in der Zahnheilkunde dokumentiert ist. Es wirkt antientzündlich und versorgt die Zellen mit Energie. So können die rasche Heilung und die Regeneration von Zahnfleisch und Wunden gefördert werden. Durch die flüssige Form bzw. im Spraymodus ist es direkt auf die Schleimhaut applizierbar.

Welche Möglichkeiten der zahnärztlichen Behandlung gibt es?

Chronische Zahnbetterkrankungen müssen durch eine Reihe von professionellen Mundhygienesitzungen und die Säuberung der Zahnfleischtaschen behandelt werden. Seit einigen Jahren kommt als Ergänzung vielfach auch der Softlaser zum Einsatz. In besonders schweren Fällen ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig. Dentale Defizite können durch Brücken, Implantate oder herausnehmbare prothetische Versorgungen ausgeglichen werden. Karies kann bereits im Kindesalter durch Versiegelung der Zähne vorgebeugt werden.

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