Was versteht man unter Gingivitis und Parodontitis?

Auf allen Zahnflächen, auch in den Zahnzwischenräumen, bilden sich laufend bakterielle Beläge (= Plaque). Werden diese nicht regelmäßig entfernt, verursachen sie eine Entzündung des Zahnfleisches (= Gingivitis). Schreitet die Entzündung in die Tiefe voran, wird der Zahnhalteapparat mit seinem Kieferknochen zerstört. Diese Form von Zahnfleischerkrankung heißt Parodontitis und wurde früher fälschlicherweise als „Parodontose“ bezeichnet. Dieser Prozess verläuft für den Träger der Erkrankung meist unmerklich und schmerzlos.

Abbildung 1 zeigt einen gesunden Zahn. Die Gingiva (Zahnfleisch) liegt straff wie eine Manschette um den Zahn und ist blassrosa. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht nach dem Essen, dem Putzen und ist nicht empfindlich.

 

Abbildung 2 zeigt einen Zahn mit Plaque und mit einer leichten Schwellung der Gingiva. Es liegt eine leichte Gingivitis vor. Erfolgt in diesem Stadium keine Behandlung schreitet die Entzündung fort und es kommt zur Ausbildung von immer tiefer werdenden Zahnfleischtaschen. Diese füllen sich wiederum mit Plaque und unterhalten somit die Infektion. Je tiefer die Zahnfleischtasche, desto aggressiver die Bakterien.

 

Abbildung 3-4 zeigen, dass es durch Abwehrvorgänge im Körper zu einem Abbau der Verankerungsfasern und des Knochens kommt. Die Zähne verlieren zunehmend an Halt, werden locker und können ihre Stellung verändern. Dies geht oftmals schmerzarm vor sich und die Zeichen werden dadurch oft zu spät erkannt. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann der betroffene Zahn früher oder später verloren gehen.