Interview: Starke Zähne - gesunder Darm

Frau Dr. Schütze-Gößner im Interview mit den Krone-Gesund-Redaktion: Die Verdauung beginnt im Mund! Deshalb muss der Kauapparat für die Zerkleinerung der Nahrung intakt sein. Mit konsequenter Zahnpflege tun wir auch unserer Verdauung etwas Gutes. Probleme wie Parodontitis oder ein lückenhaftes Gebiss wirken sich hingegen negativ aus.

 

Wie aber können wir Mundhöhle und Zähne gesund erhalten?

"Die Kauwerkzeuge sollten zweimal täglich gereinigt werden. Sowohl mit Bürste als auch mit Zahnseide oder Zahnzwischenraum-Bürste. Zweimal jährlich empfiehlt sich eine professionelle Mundhygiene", erklärt Dr. Margit Schütze-Gößner, Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde aus Attnang Puchheim (OÖ). "Wichtig ist aber auch frische,  biologische Kost zu essen, und diese gründlich zu kauen. Dadurch wird der Speichelfluss angeregt und kann seine positiven Eigenschaften entfalten: Die zerkaute Nahrung wird gleitfähig und mit Mineralstoffen versetzt. Außerdem finden sich im Speichel auch zahlreiche Enzyme – zum Beispiel das Verdauungsenzym Alpha Amylase, das Kohlenhydrate in kleine, süß schmeckende Bausteine spaltet."

Zeigen sich Verdauungsstörungen auch in der Mundhöhle?

"Ja. Der Zustand der Schleimhaut, Rötungen, Schwellungen,  aber auch Zungenbeschaffenheit und Mundgeruch können Auskunft darüber geben. Wodurch entsteht Mundgeruch? Vor allem durch Bakterien, die in den Zahntaschen (bei chronischer Parodontitis) und auf der Zungenoberfläche sitzen. Seltener stecken Magenerkrankungen oder entzündete Mandeln dahinter."

Was kann man gegen Mundgeruch tun?

"Am wichtigsten ist natürlich, die bereits beschriebene Mundhygiene, aber auch die Zungenreinigung sollte nicht vergessen werden", betont Dr. Schütze-Gößner. "Weitere Maßnahmen sind zum Beispiel Mundspülungen und Naturheilmittel wie das Kauen von Fenchelsamen."

Welche Möglichkeiten der zahnärztlichen Behandlung gibt es?

"Chronische Zahnbetterkrankungen müssen einerseits durch eine Reihe von professionellen Mundhygienesitzungen, andererseits durch die Säuberung der Zahnfleischtaschen behandelt werden. Seit einigen Jahren kommt als Ergänzung auch der Softlaser zum Einsatz. In besonders schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig."

 

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